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Das Frühjahr 2026: Mild, außergewöhnlich sonnig und deutlich zu trocken

Andre Hergemöller
Image: Spree in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg (BE) 5.3.2026. Source: Ingrun Bahnert.
Image: Spree in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg (BE) 5.3.2026. Source: Ingrun Bahnert.

Das Frühjahr 2026 zeigte sich in Deutschland von seiner milden Seite. Einzelne Kälterückfälle bremsten den warmen Trend nur vorübergehend. Zum Finale wurde es sommerlich, regional sogar hochsommerlich heiß. Längere trockene Phasen wurden teils von kräftigen Niederschlägen und lokalen Starkregenereignisse unterbrochen, während Teile des Südens unter einem erheblichen Niederschlagsdefizit litten. Der Trend zu immer sonnigeren Frühjahren hielt auch 2026 an und erinnerte vielerorts eher an südliche Breiten.

März: Sehr mild, niederschlagsarm und außergewöhnlich sonnig

Die Hauptprotagonisten auf der deutschen Wetterbühne hießen im März Iackl, Jannis, Konrad, Max und Norbert. Ihres Zeichens allesamt beständige Antizyklonen über Europa, prägten diese Herren mit Hochdruck einen flächendeckend sonnenscheinreichen, niederschlagsarmen und sehr milden ersten Frühlingsmonat. Insbesondere in der ersten Monatshälfte war es so mild wie sonst typischerweise Mitte April!

Vor allem in der ersten Märzdekade purzelten bei den Höchsttemperaturen an vielen Wetterstationen reihenweise die Tagesrekorde. Erst zum Monatsende hin sorgte eine Strömungsänderung auf Nordwest nochmal für spätwinterliche Verhältnisse. Mit einem Temperaturmittel von 6,3 Grad wurde der Referenzwert der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 um deutliche 1,7 Grad überschritten.

Die sehr ausgeprägten und länger andauernden Hochdrucklagen sorgten auch dafür, dass Niederschläge im März eher rar blieben und sich auf den Beginn der zweiten Dekade sowie auf das Monatsende konzentrierten. Infolgedessen stieg sogar die Waldbrandgefahr ungewöhnlich früh im Jahr bereits wieder auf Stufe 4 von 5.

Nasser präsentierten sich lediglich der Schwarzwald und der Alpenrand. Aber auch dort blieben wir unter dem vieljährigen Mittel. Insgesamt registrierten die Wetterstationen bundesweit gemittelt eine Niederschlagssumme von 37 Litern je Quadratmeter. Gegenüber der Normalperiode 1991 bis 2020 entsprach dies einem Minus von gut 35 Prozent. Die Sonne schien im Schnitt rund 195 Stunden auf das Land herab. Das entsprach einem satten Plus von 50 Prozent gegenüber 1991-2020. Platz drei der sonnigsten Märzmonate, hinter 2022 und dem letztjährigen März.

 Deutschland Frühling 2026 – DTN

Foto: Deutschland Frühling 2026 – DTN

April: Ausgeglichen temperiert, sehr trocken und erneut sehr sonnig

Der April setzte unter dem Einfluss erneut langer blockierender Hochdrucklagen das Werk seines direkten Vorgängers fast nahtlos fort. Trockene Festlandsluft sorgte nicht nur einmal mehr für außergewöhnlich viele Sonnenstunden, sondern in vielen Regionen auch weiterhin für wenig Niederschlag. Zwar gab es frühlingshaft milde Tage, vor allem die frischen Nächte unter Hochdruckeinfluss verhinderten schlussendlich aber ein höheres Temperaturmittel.

Dieses erreichte im April einen Deutschland-Schnitt von 9,2 Grad. Verglichen mit der Klimareferenzperiode 1991-2020 entspricht dies einem nur zarten Plus von 0,2 Grad, so dass der Monat insgesamt als weitgehend ausgeglichen temperiert gelten durfte. Nachdem der Start eher kühl und verbreitet mit Nachtfrost einhergegangen war, kletterte die Quecksilbersäule in den darauffolgenden Tagen auf geradezu frühsommerliche Werte. Insgesamt zeigte sich ein Nordost-Südwest-Gefälle in der Temperaturverteilung.

Bei der Niederschlagsentwicklung konnte der April das deutliche Defizit aus dem März nicht ausgleichen. Im Gegenteil: Mit nur rund 25 Litern pro Quadratmeter verzeichneten die landesweiten Wetterstationen ein weiteres deutliches „Minus“ von rund 44 Prozent gegenüber 1991-2020. Immerhin: Am nassesten waren im April zumindest genau die Regionen, die im März noch zu den trockensten gehörten – wie beispielsweise Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin.

Mettingen-Schlickelde (NW) 31.5.2026 – Andre Hergemöller

Foto: Mettingen-Schlickelde (NW) 31.5.2026 – Andre Hergemöller

Und auch beim Sonnenschein blieb sich der Frühling 2026 in Drittel zwei absolut treu. Mit insgesamt 245 Sonnenstunden gab es erneut ein deutliches Plus von 34 Prozent gegenüber dem vieljährigen Mittelwert – Hochdruck sei Dank.

Mai: Mild, erneut sehr sonnig, Niederschlag ausgeglichen

Der Mai 2026 war ein Monat riesiger Gegensätze. Nach einem frühsommerlichen „Tanz in den Mai“ in den ersten paar Tagen, schlugen in der zweiten und dritten Woche des Monats die „Eisheiligen“ zu – in Form eines hartnäckigen, teils sehr kühlen und überaus wechselhaften Witterungsabschnittes.

Erst zum Beginn der letzten Maidekade folgte ein rasanter Wetterwechsel mit rasch hochsommerlichen Temperaturen unter beständigem Hochdruckeinfluss, die gen Monatsende in einer ungewöhnlich frühen und intensiven Hitzewelle, aber auch nachfolgenden, örtlich heftigen Unwettern mündete. Trotz der zweieinhalbwöchigen, teils deutlich „zu kühlen“ Witterungsphase mit Temperaturen phasenweise nur noch auf Aprilniveau, reichte dieser erste markante „Sommerdurchbruch“, um die bis dato erheblich unterdurchschnittliche Temperaturbilanz noch ins „Plus“ zu drehen.

So lag die Monatsmitteltemperatur im Mai 2026 bundesweit bei 14,1 Grad – und damit schlussendlich doch noch um 1,0 Grad über der vieljährigen Norm der Jahre 1991 bis 2020. Bemerkenswert: Im Oberrheingraben, im Rhein-Main-Gebiet sowie in Tallagen von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes wurden regional sechs bis lokal acht heiße Tage mit mindestens 30 Grad gezählt.

Damit knüpfte diese frühe Hitzeserie dort an Werte an, die zuletzt im Jahr 1953 erreicht wurden. Beim Blick über den „deutschen Tellerrand“ hinaus, wurden unter einem sogenannten „Heat Dome“ auf der Hälfte der Landesfläche Frankreichs neue Hitzerekorde für einen Monat Mai aufgestellt und der bestehende Landesrekord in England gleich um mehr als 2 Grad übersprungen.

Niederschlagstechnisch blieben wir in Deutschland mit rund 65 Litern pro Quadratmeter nur etwa 2 Prozent unter dem Soll, wobei schwere Unwetter und heftige Starkregenfälle die Bilanz noch in den letzten drei Tagen beträchtlich veränderten!

Und auch die Maisonne „ließ sich nicht lumpen“ und komplettierte mit rund 254 Sonnenstunden und einem Plus von rund 19 Prozent (1991-2020) ein ausgesprochenes „Sonnenfrühjahr“.

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